IKZ Rezension zum Debut

IKZ Rezension zum Debut

Aus drei Richtungen steil nach oben…

IKZ Artikel vom 15.02.2011 zum Debut Konzert des Slight Return Project.

Aus drei Richtungen steil nach oben, IKZ Artikel vom 15.02.2011 zum Debut Konzert

Von Ralf Tiemann

Iserlohn. „Let me stand next to your fire“ – den Refrain des Hendrix-Klassikers „Fire“, mit dem das „Slight Return Project“ am Samstag sein Debüt-Konzert im „Henkelmann“ eröffnet hat, konnte natürlich jeder im recht gut gefüllten Club mitsingen. Und doch gab es reichlich irritierte Mienen, denn mit dem ungewohnten „Chapman-Stick“ als Bassersatz und einem Heavy-Metal-Doublebass-Geballer vom Schlagzeug hatte man diesen Song doch noch nie gehört.

Die Zuhörer mussten erst Mal einige Takte – oder auch länger – sortieren, was da in erheblicher Lautstärke auf sie zu kam. Mit Thomas Hesse (Gitarre und Gesang), Marc Mennigmann (Stick) und John Sternberg (Schlagzeug) hatten sich da drei Iserlohner Musiker, wie sie unterschiedlicher kaum sein können, zu einem sehr außergewöhnlichen Trio zusammen getan. Und doch bildeten sie schon bei ihrem Debüt und nach nur wenigen Probenwochen eine Einheit, die gerade wegen ihrer konträren Ansätze aufhorchen ließ und richtig Spaß machte. Zudem bildeten sie – und darin liegt vielleicht ihre größte Stärke – ein bemerkenswert gleichberechtigtes Trio, bei dem jeder einzelne eine echte Show ist und bei der sich niemand verbiegen muss.

Prog-Metal-Verließ

Da ist zum einen John Sternberg, der sich sonst ganz auf „Progressive Metal“ konzentriert und genau diese Spielweise auch bei den Hendrix-Covern und Eigenkompositionen des „Slight Return Projects“ einbrachte. Schon nach dem ersten Song sah er so aus, als befinde er sich kurz vor einer Bergankunft in den Alpen, ließ aber bis zum Ende nicht nach, wütend sein ganz eigenes Gewitter aus knackig-krummen Breaks abzufeuern, was in dieser merkwürdigen Kombination mit Jimi Hendrix schon allein das Eintrittsgeld wert war. Wahrscheinlich knüppelt keiner in der Stadt so wie John Sternberg, und es wäre schön, wenn er öfter Mal sein Prog-Metal-Verließ verlassen und für ganz normale Musikfans spielen würde.

Dann ist da Marc Mennigmann mit seinem Stick, diesem immer noch eher unbekannten zwölfsaitigen Instrument, auf dem er tappend wie eine Gitarrist spielt, das man durch die beidhändige Spielweise aber wohl wie ein Klavier denken muss. Sein Mitwirken in diesem Trio bedeutete eine grundsätzlich sehr basslastige Rolle, bei der er untenherum weniger „Wums“ als ein richtiger Bass hat, oben herum aber deutlich beweglicher agiert. Spielend füllte er am Samstag die Songs mit Harmonien und Riffs aus oder baute die Basslinien zu prachtvollen Soli aus. In dem Gewühl des Trios ging leider viel zu viel von dem, was er da machte, akustisch verloren, und man hätte gut und gerne noch ein, zwei Stunden länger zuschauen können, wie er auf diesem Ding zaubert.

Volles Brett

Und dann ist da natürlich Thomas Hesse, über dessen Qualitäten man hier nicht mehr viel sagen muss. Am Samstag holte er wie angekündigt das volle Brett raus und spielte sich hier und da durchaus in einen heftigen Rausch. Gleichzeitig zeigte er mit einer gefühlvollen Ballade, die er weitgehend solistisch vortrug, noch eine ganz andere Facette seiner Bandbreite. Überhaupt hatten alle drei reichlich Raum, sich zu entfalten und die eigenen Stärken auszuspielen. Gleichzeitig scheinen sich Mennigmann und Sternberg ziemlich schnell zu einer rollenden Rhythmuseinheit unter dem Hesse’schen Gitarren-Inferno gefunden zu haben, und hatten sichtlich Spaß aneinander. Natürlich hatte das Verständnis bei einer so abenteuerlich zusammengewürfelten Band auch Grenzen. Wenn Thomas Hesse beispielsweise Tempo und Lautstärke mal drosseln wollte und mit aufforderndem Blick auf den Drummer zumarschierte, konnte man die Fragezeichen förmlich über die Bühne flattern sehen. Aber das „Slight Return Project“ steht ja erst am Anfang. Alle drei sind von der Zusammenarbeit begeistert und wollen auf jeden Fall als Band weitermachen. Einen Auftritt im „Stay Wild“ haben sie schon ins Auge gefasst.

SRP Audio und Video

SRP Audio und Video

SRP, Jazzclub Henkelmann, 12.02.2011Es ist vollbracht! Die Premiere im Jazzclub Henkelmann am 12.02.2011 ist mit viel Spass und Energie über die Bühne gegangen. Und für alle, die es verpasst haben, oder sich gerne noch einmal daran erinnern wollen gibt es jetzt sowohl einiges an Bildmaterial, als auch einige Audiomitschnitte auf der Slight Return Project Seite.

Viel Spass damit, das nächste Konzert kommt bestimmt – aller Voraussicht nach sogar recht bald…

Stay tuned!

IKZ Ankündigung zum SRP Debut

IKZ Ankündigung zum SRP Debut

IKZ Ankündigung vom 05.02.2011 zur Slight Return Project Premiere am kommenden Samstag.

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Power-Trio gibt Debüt im Club

Thomas Hesse, Marc Mennigmann und John Sternberg sind das „Slight Return Project”
Von Ralf Tiemann

ISERLOHN. Dass das alles zusammenpassen und am Ende gut klingen soll, will man gar nicht glauben, wenn einem die gewagte Konstellation des „Slight Return Projects” geschildert wird. Mit dem jungen Prog-Metal-Schlagzeuger John Sternberg, dem Jazzpianisten Marc Mennigmann, der inzwischen auf den Chapman-Stick umgestiegen ist, und dem Iserlohner Blues-Gitarristen Thomas Hesse haben nicht nur drei Musikergenerationen zusammengefunden, sondern auch drei Musikstile und -Philosophien, die auf den ersten Blick gar nicht vereinbar sind.
Denn während John Sternberg in dem symphonisch angelegten „Progressiv Metal” mit seiner Band „Perfect Symmetry” alles bis ins kleinste ausarrangiert und jeden Schlagzeugschlag auszählt und festlegt, kann die Musik für Marc Mennigmann gar nicht frei genug sein..Mit seiner Band „SAAL”, in der er ebenfalls zum Stick anstatt zum Keyboard greift, hat er die üblichen Grenzen von Rocksongs oder Jazzstandards längst aufgehoben und bewegt sich mit seinen Mitstreitern völlig losgelöst durch Rhythmus und Harmonie. Irgendwo dazwischen bewegt sich der Kopf der „Pee Wee Bluesgang”, Thomas Hesse, mit handgemachten Rock-Songs und ausgeprägtem Hang zur Improvisation.

„Ich war auch erst ziemlich skeptisch”, verrät John Sternberg, der ja sonst ausschließlich „harte Mucke macht”, wie er sagt, und mit Jazz und Blues eher weniger am Hut hat. „Es funktioniert aber, da passt was, und die Kommunikation stimmt.” Auch Thomas Hesse hätte sich diese Konstellation gar nicht so super vorgestellt, wie sie sich nun entwickelt hat. Und Marc Mennigmann ist ohnehin begeistert, schließlich stammte die Idee, ein richtiges Power-Trio auf die Beine zu stellen, von ihm. Geboren wurde sie, nachdem er Adrian Belew (Gitarrist bei Zappa und „King Crimson”) mit einem derartigen Trio, bei dem es richtig zur Sache geht, gesehen hatte. Für die Zusammenführung dieser drei so gegensätzlichen Musiker war dann aber Daniel Zobel verantwortlich, der als Geschäftsführer des Jazzclubs „Henkelmann” von dem Plan erfuhr und sofort begeistert war, diese Idee unter seinem Dach zu verwirklichen.

Seit ein paar Wochen proben die drei Musiker nun im Proberaum von John Sternberg, und was da herausschallt, klingt schon sehr nach „Power Trio”. Kein Wunder, denn zum Warmmachen und zum „Trio-Spielen-Lemen”, wie Thomas Hesse sagt, setzt es zu Beginn der Proben erst mal ein paar Hendrix-Klassiker, bevor es an das Ein- und Selbstgemachte geht. Man muss sich ja schließlich auch erst mal kennen lernen. „Wir arbeiten in Songs”, kündigt Marc Mennigmann an, dass es keine ganz so freie Show geben wird, wie bei seinem „SAAL”-Auftritt im Henkelmann. Ob instrumental oder mit Thomas Hesse am Mikrofon – das Publikum darf sich also im Rahmen von abgerundeten Songs wohlfühlen.
Und natürlich in einem brachialen Sound aus Gitarre, Schlagzeug und einem Stick, der in erster Linie die Aufgaben des Basses übernimmt. Richtig laut soll es werden, denn Pate für das „Slight Return Project” standen am Ende auch T.M. Stevens, Eric Gales und Keith LeBlanc die im November mit ihrem „Voodoo Chile Project” auf sehr kompromisslose Weise zeigten, was mit einem auf allen Positionen erstklassig besetzten Trio alles möglich ist, und damit ein großes Henkelmann-Publikum überwältigten. Im Publikum standen auch Marc Mennigmann und Thomas Hesse und waren sich einig, dass sie so etwas auch wollen. Und so wurde aus dem „Voodoo Chile Project” das „Slight Return Project”, denn „Slight Return” ist das, was hinter dem Titel des Hendrix-Songs „Voodoo Chile” in Klammern steht. Auf die Hendrix-Klassiker, die aus dem Probenraum schallten – das ist schon zu erahnen – darf sich das Publikum also auch bei der Premiere des „Slight Return Projects” freuen.

Zu hören ist das Trio am Samstag, 12. Februar, ab 21 Uhr (Einlass 20 Uhr) im Henkelmann an der Oberen Mühle

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